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Fujiwara-Zeit
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Die Fujiwara-Zeit
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Machtaneignung und Herrschaft der Fujiwara Der Rückzug der Kaiser ging einher mit dem Aufstieg der kaiserlichen Beamten zum erblichen Hofadel (kuge), der die Macht des Kaisers weiter einschränkte. In den Machtkämpfen unter den Familien des Hofadels setzten sich, nicht zuletzt durch eine geschickte Heiratspolitik, die Fujiwara durch. Fujiwara no Yoshifusa, seit 857 Großkanzler, usurpierte 858 die Regentschaft für den unmündigen Kaiser, übte sie auch während dessen Volljährigkeit aus und etablierte das Regentenamt als Privileg der Fujiwara. Über die Vormundschaft für den Tenno, der als Schattenkaiser ganz auf das Zeremonielle beschränkt wurde, bestimmten sie fast drei Jahrhunderte lang die kaiserliche Politik. Ihre Position sicherten sie u. a. durch die regelmäßige Vermählung von Fujiwara-Töchtern mit den Kaisern. Diese wiederum wurden meist zu einem frühen Rückzug zugunsten neuer Kindkaiser gedrängt, für die dann wiederum Fujiwara-Regenten die Vormundschaft übernahmen. 884 wurde der Fujiwara Mototsune erster offizieller bürgerlicher Herrscher (kampaku).
Als bedeutendster Machthaber der Fujiwara-Ära gilt Fujiwara no Michinaga, der sämtliche Regierungsgeschäfte von seiner Hauskanzlei aus leitete und dessen vier Töchter jeweils aufeinander folgende Kaiser ehelichten; er dominierte den kaiserlichen Hof von 995 bis zu seinem Tod im Jahr 1028.
Der Charakter der staatlichen Herrschaft änderte sich mit dem Aufstieg der Fujiwara. Zwar existierte die Zentralverwaltung weiter, doch wurde ihre Autorität durch eine umfassende Refeudalisierung untergraben. Diese ergab sich mit der Zunahme des privaten steuerfreien Großgrundbesitzes. Die Steuerfreiheit wurde gewährt, weil diese Besitzungen als abgabenfreie Lehen für die Ausübung staatlicher Ämter überlassen worden waren, weil sie zu den großen buddhistischen Klöstern gehörten oder weil sie durch Rodungen neu gewonnenes Land waren. Die durch die großen Reformen geschaffene staatliche Ordnung wich zunehmend einem System feudaler Land- und Machtaufteilung, in dem die großen Familien des Hofadels die dominierende Rolle spielten.
Literatur und Kunst Die Periode der Herrschaft der Fujiwara war eine Zeit kultureller Blüte, in der sich Japan von den chinesischen Vorbildern löste. Die Kokinshu (eine Anthologie mit 1 111 Gedichten), die erste offizielle Poesiesammlung aus der Kaiserzeit, wurde 905 zusammengestellt; ihr folgten bis 914 weitere 20 Anthologien. Unter Michinaga entfaltete sich die klassische japanische Literatur. Er selbst war ein enger Vertrauter der beiden Hofdamen Murasaki Shikibu und Sei Shonagon, den beiden großen Schriftstellerinnen dieses Zeitalters. Erstere schrieb 1010 das Genji-monogatari („Die Abenteuer des Prinzen Genji”, siehe Minamoto), das als Höhepunkt der Prosaliteratur der Heianzeit gilt; Letztere veröffentlichte um 1000 ihr berühmtes Makura no soshi („Kopfkissenbuch”), in dem sie den Hofstaat der damaligen Zeit kritisch beleuchtete.
Die großen Schulen des Mahayana-Buddhismus, Tendai und Shingon-shu, erlangten in dieser Zeit großen Reichtum und übten starken und vielfältigen Einfluss auf die Kunst dieser Periode aus.
Vom Hofadel zum Schwertadel
Aufkommen der Samurai Nach dem Tod Fujiwara no Michinagas im Jahr 1028 verfiel die Macht der Fujiwara. 1068 verloren sie ihr „Monopol” bei der Stellung der kaiserlichen Bräute, zudem entzogen sich die Kaiser der Bevormundung durch die Fujiwara durch das System der „klösterlichen Regierung”. Hierbei übernahmen die abgedankten Kaiser, die das buddhistische Gelöbnis abgelegt hatten, im Auftrag der regierenden Kaiser die Amtsgeschäfte.
Diese Entwicklung ging im 12. Jahrhundert einher mit der Herausbildung der Samurai. In den Provinzen, die sich angesichts der schwachen kaiserlichen Zentralgewalt vielfach zu gesetzlosen Gebieten entwickelt hatten, gewannen die Krieger (bushi) an Bedeutung. Mit ihren militärischen Verbänden verdingten sie sich als Samurai beim Adel (Daimyo), sicherten dessen Grundbesitz und lokale oder regionale Herrschaft, machten sie damit aber schließlich auch von sich abhängig.
Kämpfe der Taira und Minamoto Die bedeutendsten Familien des Schwertadels gelangten bald selbst zu großer Macht, an vorderster Stelle die Taira und Minamoto, die beide von kaiserlichen Prinzen abstammten. Die Taira herrschten im Südwesten, die Minamoto im Osten. Im 12. Jahrhundert rivalisierten beide Familien um die Vorherrschaft in ganz Japan.
1156 eskalierten Konflikte zwischen Kaiser Go-Shirakawa (1155-1158) und seinem Vorgänger Kaiser Sutoko (1123-1142) zum Heijikrieg, in dem sie sich jeweils der Unterstützung der verfeindeten Taira bzw. Minamoto versicherten. Nach ihrem Sieg (1159/60) etablierten sich die Taira als stärkste Adelspartei in der Nachfolge der Fujiwara und übernahmen deren dynastische Politik. Großkanzler Taira Kiyomori besetzte die Ämter bei Hof mit Familienangehörigen, verheiratete seine Tochter mit einem kaiserlichen Prinzen und machte schließlich seinen zweijährigen Enkel Antoku zum Kaiser (1180-1185). Gegen den Aufstieg der Taira formierte sich jedoch eine Adelsopposition, an deren Spitze sich Minamoto no Yoritomo und sein Halbbruder Minamoto no Yoshitsune stellten. Der Bürgerkrieg zwischen den Minamoto und den Taira, Gempeikrieg genannt (1180-1185), endete mit einer vernichtenden Niederlage der Taira.
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