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Muromachi-Zeit

Die Muromachi-Zeit (1338-1573)

Die Spaltung des Reiches

Nach dem Sturz der Hojo-Herrschaft vereitelte Ashikaga Takauji den Versuch Kaiser Godaigos, in der so genannten Kemmu-Restauration die kaiserliche Direktherrschaft wieder durchzusetzen. Er setzte Godaigo 1338 ab, verbannte ihn aus Kyoto und erhob Kyomo zum Gegenkaiser, der ihn im Gegenzug zum Schogun ernannte. Godaigo und seine Anhänger flohen mit den kaiserlichen Insignien nach Yoshino (südlich von Nara auf Honshu), wo sie sich dauerhaft festsetzen konnten. Ashikaga Takauji dagegen richtete seinen Herrschaftssitz im Muromachi-Bezirk in Kyoto ein – daher die Bezeichnung Muromachi-Schogunat für die Periode der Ashikaga-Herrschaft. Für mehr als 60 Jahre zerfiel das Reich nun in einen Nord- und einen Südhof.

1392 beendete der Ashikaga-Schogun Yoshimitsu die Spaltung des Reiches durch einen Kompromiss: Er bewegte den rechtmäßigen Kaiser in Yoshino zum Verzicht auf die geheiligten kaiserlichen Insignien, die nun an den sechsten Nordkaiser Gokomatsu (1382-1412) gingen. Die Ashikaga-Kaiser waren damit legitime Herrscher Japans.

Die „Zeit der Streitenden Provinzen”

Yoshimitsu erwies sich als kraftvoller politischer Führer, doch unter seinen Nachfolgern verlor die Zentralgewalt zusehends an Macht. Diese verlagerte sich wieder auf die Herrscher in den Regionen außerhalb der Kernprovinzen, auf die als Lehnsherren fungierenden Familien des Provinzadels (Daimyo) und die Angehörigen des Schwertadels (Samurai). Darüber hinaus hatten sich die buddhistischen Klöster durch den Aufschwung des Buddhismus als starke politische Kraft etabliert; sie waren zu beträchtlichem Wohlstand und Einfluss gelangt und beteiligten sich sogar mit eigenen Truppen an den Machtkämpfen.

Die Machtkämpfe um das Erbe der Ashikaga führten zu einem politischen Chaos, das mit dem Oninkrieg (1467-1477) auf Kyoto übergriff und Japan für die folgenden rund 100 Jahre in einen erbitterten Bürgerkrieg stürzte. Die Phase wird als „Zeit der Streitenden Provinzen” (sengoku jidai) bezeichnet, angelehnt an die „Zeit der Streitenden Reiche” in China.

Unter den Provinzfürsten gewann schließlich der Feldherr Oda Nobunaga, der von den Taira abstammende Daimyo von Owari, die Oberhand. Nachdem er zentrale Provinzen unter seine Kontrolle gebracht und 1568 Kyoto erobert hatte, konnte er auch die Macht der buddhistischen Klöster und ihrer Mönchsheere zurückdrängen. 1573 setzte er den letzten Ashikaga-Schogun ab.

Kulturelle Entwicklung

Trotz der politischen Wirren und der blutigen Kämpfe war es unter der Herrschaft der Ashikaga-Schogune, insbesondere in der Hauptstadt, zu einer erneuten kulturellen Blütezeit gekommen; einige Schogune profilierten sich mehr als große Kunstmäzene denn als politische und militärische Führer.

Mit dem Machtverlust der Schogune in den Provinzen entfaltete sich dort eine selbständigere Politik, die mit einem Aufblühen der höfischen Kultur an den Residenzen der Daimyos und einem wirtschaftlichen Aufschwung einherging. Neue Handelsstädte, Residenzen und Häfen entstanden. Im Bereich der Kunst und Literatur sind die Tuschemalereien Sesshus und die Renga-Kettengedichte von Sōgi herauszuheben. Zeitweise genoss das No-Theater intensive Förderung.

Öffnung nach Europa

Während der Muromachi-Zeit nahm auch der europäische Einfluss auf Japan seinen Anfang. 1542 landeten portugiesische Händler als erste Europäer auf einer Insel vor Kyushu. Ihre Feuerwaffen (Musketen) wurden von den einheimischen Handwerkern nachgebaut, was in der Folge die japanische Kriegsführung durchgreifend revolutionierte. Aber auch in Handel und Kultur entwickelten sich seit der Mitte des 16. Jahrhunderts Beziehungen mit Europa. Die christliche Missionierung setzte 1549 ein, als der Jesuit Francisco de Xavier (der heilige Franz Xaver) Japan erreichte. Einige mächtige Lehnsherren förderten zeitweise das Christentum nachdrücklich, weil sie sich davon eine politische Schwächung der verschiedenen buddhistischen Sekten versprachen.




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